Tierheim Iserlohn


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Aktuelle Leserbriefe

Wichtiges zuerst

An dieser Stelle werden wir in unregelmäßiger Folge
Leserbriefe und Pressemitteilungen des Vorstandes zu den verschiedenen Tierschutz-Themen veröffentlichen.

Leserbrief zum Artikel "Wildsau war der Renner beim Schützenfest Ardey"
im Fröndenberger Lokalteil der WP vom 17. Mai 2010


In dem Artikel wird u.a. berichtet, man hätte eine ganz besondere "Überraschung" für den Sonntag, ich zitiere wörtlich: "Eine Wildsau, geschossen von Hobbyjäger Reinhard Jeschkeit, drehte sich bereits am Morgen auf dem Grillspieß". Und weiter: "Bestens durchgegrillt wartete bereits das 35- Kilo-Wildschwein am Spieß."

In der Tat eine Überraschung, denn kennt der Hobbyjäger Herr Jeschkeit eigentlich die gesetzlichen Jagd- und Schonzeiten in NRW? Laut Jagdzeitenverordnung vom 1. Dezember 2006, hat Schwarzwild - bis auf Frischlinge - z. Zt. Schonzeit. Jagdzeit ist vom 1. August bis 31. Januar.

Offensichtlich macht hier ein "Hobbyjäger" seinem Status wieder alle Ehre. Der Tierschutzverein Iserlohn und Umgebung e.V. hat die Angelegenheit zur Überprüfung der Jagdbehörde zur Kenntnis übermittelt und gleichzeitig Anzeige erstattet.

Barbara Kemper
1. Vorsitzende des Tierschutzverein Iserlohn und Umgebung e.V.

Stellungnahme zum Leserbrief von Herrn Dr. Joachim Kirchhoff, zum Thema
"Sind Landwirte Naturfreunde" in der Lokalausgabe der WP vom 11. Mai 2010


Man kann Herrn Dr. Kirchhoff zu seinem Leserbrief nur gratulieren! Endlich spricht jemand die schon längst fällige Kritik zum Verhalten der Landwirte klar und deutlich aus, die ja angeblich immer aus "Liebe zum Tier und der Natur" handeln und sich deswegen ihren Job als Berufung auserkoren haben. Die Umweltfrevel, die mit Genehmigung, ja sogar Unterstützung des Gesetzgebers begangen werden, sind ungeheuerlich. Gefördert werden sie, wie Herr Dr. Kirchhoff schon treffend bemerkt hat, durch fehlende vernünftige, bzw. falsche Subventionen. Die Leidtragenden sind, wie immer, wenn es ums Geld geht, die Tiere und die Natur.

Und auch bei den Forstwirten ist die gleiche Situation zu finden. Auch sie bezeichnen sich als die Natur- und Tierfreunde schlechthin. Was Herr Dr. Kirchhoff mit der Abholzung eines gesamten Baumbestandes auf der Platten Heide mitten in der Brutzeit der Vögel beschreibt, passierte von Anfang April bis Mai dieses Jahres, auch in Oesbern, in der Wolfskuhle. Hier wurde eine umfangreiche Tannenschonung in der Brutzeit der Vögel dem Erdboden gleichgemacht. Ich konnte an dem Tag beobachten, wie einige Vögel verzweifelt um die gefällten Tannen flatterten. (Die WP berichtete) Was aber noch viel schlimmer war: Man ließ die gefällten Tannen einschließlich Zweigen liegen, so dass die Vögel erneut Nester bauten.

Nach 3 Wochen kamen Waldwirtschaftsmaschinen und türmten die Tannen 20 Meter weiter zu einer riesigen Hecke auf. Wieder sah ich aufgeregte Vogeleltern um ihre Brut kämpfen. Die Krönung erfolgte dann dadurch, dass man die 4 Meter hohe und 50 Meter lange, dichte Tannenhecke erneut liegen ließ und ich nach ein paar Tagen beobachtete, wie Vögel fleißig hinein und heraus flogen

Nach ca. 2 Wochen kamen Maschinen, die mit ihren Greifarmen mehrere Tannen auf einmal fassten und in die Schredder führten
.
Eine Tiertragödie erschreckenden Ausmaßes, die sich über mehrere Wochen hinzog, dreimal Brut von Vögeln vernichtete, absolut unnötig war, denn man hätte diese Aktion genauso gut einige Wochen vor Brutbeginn durchführen können, verursacht von großen "Natur- und Tierfreunden", einer bekannten Forstverwaltung im Raum Hemer/Menden.


Barbara Kemper
1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Iserlohn und Umgebung e.V.

Im Frühling an den Vogelschutz denken


Unter dem langen, extrem harten Winter haben nicht nur die Menschen, sondern vor allen Dingen die Wildtiere gelitten. Viele Vögel, die nicht von Menschen gefüttert wurden, haben den Winter nicht überlebt. Nun scheint der lang ersehnte Frühling endlich zu kommen und damit beginnen die Vögel, nach einem geeigneten Nistplatz zu suchen. Sie sollten nun absolut in Ruhe Gelegenheit haben, Nester anzulegen und den Nachwuchs auszubrüten. Der Gesetzgeber schreibt deswegen vor, dass vom 1. März bis 30. September keine Rodungsarbeiten an Sträuchern und Hecken vorgenommen werden dürfen. Also heißt es jetzt auf Säge- und radikale Aufräumarbeiten im Garten zu verzichten, damit der ausgedünnte Vogelbestand sich auch erholen kann!

Barbara Kemper
1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Iserlohn und Umgebung e.V.

Leserbrief zum Artikel "Winter belastet die Wildtiere"
im Lokalteil Letmathe der WR vom 9. Februar 2010


Es ist schon wirklich atemberaubend, mit welcher Geschwindigkeit sich die Jägerschaft und ihre Aufsichtsbehörde in den letzten 4 Wochen in krassen Widersprüchen ergehen. Der Hegering Letmathe bittet die Bevölkerung auf den Waldwegen zu bleiben und die Hunde anzuleinen, damit das von diesem extrem strengen Winter geschwächte, hungernde Wild nicht beunruhigt wird. Die Tiere wären bei dem gefrorenen Schnee lange nicht so schnell wie sonst, verletzten sich häufig an den Beinen und jede Bewegung koste Kraft.

Vor ein paar Tagen veranstaltete dagegen der Hegering Balve eine 3-tägige revierübergreifende Jagd auf Rehe, Schwarzwild und Füchse, mit "Sprengung am Bau". So viel zur Beunruhigung des Wildes!

Schon am 13. Januar wandte sich der Tierschutzverein Iserlohn an die Untere Jagdbehörde, da immer mehr Bürger hungerndes Wild beobachteten, und fragte nach der lt. § 23 Bundesjagdgesetz vorgeschriebenen Fütterung des Wildes durch die Jagdpächter. Die Antwort des Märkischen Kreises über die Presse war, es würde eine Notzeit bestehen und die Jäger kämen ihrer Pflicht nach und würden füttern. Kurze Zeit später, nachdem man sich mit einer "jagdlich erfahrenen" Person "beraten" hätte, wurde auf einmal kurzerhand erklärt, es gäbe doch keine Notzeit und es bestünde auch kein Grund zu füttern.

Zur gleichen Zeit erfährt der Tierschutzverein Iserlohn, dass im Raum Hagen-Hohenlimburg das Wild zugefüttert wird.
Derweil erklärt Mendens Stadtförster Dirk Basse in der Westfalenpost vom 8. Februar, das Wild komme "ohne Probleme" an Futter.
Fast zeitgleich nun die Erklärung des Hegerings Letmathe, Rehe, Hasen oder Wildschweine haben durch die Witterung enorme Probleme bei der Futterfindung.

Es passt ganz und gar nicht in ein demokratisches System, wenn eine Behörde sich von Personen "beraten" lässt, gegen die Klage geführt wird. Deswegen hat der Tierschutzverein Iserlohn am 3.2. eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Untere Jagdbehörde bei der Landesregierung (Obere Jagdbehörde) eingereicht. Eine Antwort steht z.Zt. noch aus.

Und es ist wie immer - bis Behörden reagieren, dauert es. Die Leidtragenden sind in diesem Fall die hungernden Tiere, denen wohl in diesem Winter durch eine tierschutzgemäße Entscheidung nicht mehr viel geholfen werden kann.
Und die Jägerschaft, die sich durch die unterschiedlichen Aussagen völlig unglaubwürdig macht, die anstatt ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachkommt, das Wild in Notzeiten zu füttern, ruft den Waldspaziergänger dazu auf, das Wild nicht zu beunruhigen und veranstaltet selbst eine Jagd auf die ausgemergelten, geschwächten Tiere! Mit diesen tierverachtenden Praktiken zeigt sie mal wieder, wie wenig ihre so oft angeführte "Hege des Wildes" mit der Realität zu tun hat.

Barbara Kemper
1.Vorsitzende des Tierschutzvereins Iserlohn und Umgebung e.V.

Leserbrief zum Artikel "Winter belastet die Wildtiere"
in der Westfälischen Rundschau vom 09.02.2010


Lieber Hegering, fast wäre ich beglückt über die Entdeckung deiner Mitglieder: "Der Frost und die geschlossene Schneedecke machen den Rehen, Hasen und Wildschweinen große Probleme", die sie für uns unkundige Waldfreunde und Hundebesitzer freundlicherweise sogar auflisten. Dann folgt die obligatorische Bitte an uns, auf den Wegen spazieren zu gehen, unsere Hunde anzuleinen und "die Tiere nicht zu beunruhigen".
Ich lese die Worte - allein mir fehlt der Glaube an ihre Ernsthaftigkeit.
Was soll ich davon halten, dass Ihr Hegeringer eurer in § 23 Jagdgesetz auferlegten Pflicht zur Fütterung des Wildes in Notzeiten in vielen Revieren des Kreises konsequent nicht nach-kommt? Was soll ich davon halten, dass das hungernde Wild, das sich zum Erhalt der wenigen Kraftreserven nicht unnötig bewegen darf und von uns geschützt werden soll, von euch in einigen Revieren des Kreises bis zum Beginn der gesetzlich festgeschriebenen Schon-zeit am 1. Februar eifrig bejagt wurde? War das Mitleid mit der geschwächten Kreatur, die ihr auf diese Weise vor dem Hungertod bewahren wolltet?
Ich kann mich trotz größter Anstrengung des Verdachtes nicht erwehren, dass ihr von uns in Wirklichkeit nicht den Schutz der Wildtiere, sondern ihres Bestandes erwartet, damit ihr nach Ende der Schonzeit möglichst große Stückzahlen vor der Flinte habt! Vor meinem geistigen Auge erscheint euer Triumpf-Halali im vergangenen Jahr angesichts der Menge der von euch erlegten - teilweise schützenswerten - Tiere! Kein Wunder, dass die Wildtiere beunruhigt sind!
Lieber Hegering! In dem Moment, in dem ich seriös erfahre, dass deine Mitglieder ihre Flinten für alle Zeiten entleibt haben und sie höchstens noch als Wanddeko-Ersatz für die aus-gestopften, inzwischen sicher muffeligen, verstaubten Leichenteile der von ihnen erlegten und an die Wand genagelten Wildtiere verwenden, werde ich meine Hunde anleinen - nicht nur im Wald, sondern auch im Wohnzimmer. Ich lebe seit über 30 Jahren mit Hunden - aber im Gegensatz zu den Hegeringern hat keiner meiner Hunde je in seinem Leben Interesse am Beunruhigen, Jagen und Töten von Wildtieren gehabt. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, falls sie sich Sorgen um die um ihr Überleben kämpfenden Tiere des Waldes machen sollten, ist dieses ehrlicher und aufrichtiger ist als das deiner Mitglieder!

Brigitta Kliem - Iserlohn


Dienstaufsichtsbeschwerde an die Obere Jagdbehörde /Landesregierung NRW

Sehr geehrte Frau Schilling,
ich bin Vorsitzende des Tierschutzvereins Iserlohn und Umgebung e.V. mit Sitz im Sauerland. Schon seit Wochen wenden sich vermehrt Bürger an uns, die hungerndes Wild, vor allen Dingen Rehwild, in den Gärten und Wäldern beobachten. Auch ich selbst bin betroffen. Ich wohne direkt am Waldrand, unser Grundstück ist nicht eingezäunt. Sehe ich im Sommer oder Frühjahr fast nie Rehe, beobachte ich z.Zt. aufgrund der extremen Witterungsverhältnisse an meinen Vogelfutterstellen jeden Tag ca. 5-8 Rehe.
Ich habe die Frage nach der Wildfütterung in Notzeiten, nach der lt.§ 23 Bundesjagdgesetz, Wild, in den Zeiten von Jagdpächtern zu zufüttern ist, in denen das Wild "an der Aufnahme geeigneter Nahrung gehindert ist", vor Wochen an die Untere Jagdbehörde des Märkischen Kreises weitergegeben und bemängelt, dass nirgendwo Wildfütterungen auszumachen sind, sondern Futterkrippen z.T. umgekippt im Wald vor sich hingammeln und faulen.

Über den Pressesprecher des Märkischen Kreises ließ die Behörde dann in einem Presseartikel die sogenannte "Notzeit für Rehwild" aufgrund von den extremen, wochenlangen Schnee- und Frostverhältnissen, bestätigen. Es wurde angeführt, nach Einschätzung der Behörde würden die Jäger durchaus ihrer Pflicht nachkommen und das Rehwild auch zufüttern.
Nachdem ich eine erneute mail an die Untere Jagdbehörde, Leiter Herr Thomas Klein, geschrieben hatte, in der ich ihm mitgeteilt habe, dass definitiv im Raum Iserlohn und Menden NICHT gefüttert würde, antwortete er mir, dass er sich mit den zuständigen Jagdpächtern, in diesem Fall mit der Forstverwaltung Edelburg in Verbindung setzen würde.

Einen Tag später erklärte mir Herr Klein auf einmal, nach Rücksprache mit der Edelburg und seinem Jagdberater, einer jagdlich erfahrenen Person, bestünde doch keine Notzeit und er sähe keinerelei Veranlassung, die Jagdpächter aufzufordern Rehwild zu zufüttern.

Hierzu möchte ich nun einmal ausführen, dass hier im Sauerland seit mindestens 5-6 Wochen eine ca. 30-40 cm hohe, z.T. verharschte Schneedecke liegt. Ebenso lange herrscht Dauerfrost. Schulen wurden geschlossen, Strassen und Gebäude mit Flachdächern gesperrt. Ich denke, der Gesetzgeber hat sich etwas dabei gedacht, wenn er die Zufütterung in Notzeiten per Gesetz erläßt. Kein Mensch kann wohl z.Zt. behaupten, dass das Wild NICHT an der Aufnahme geeigneter Nahrung gehindert ist. Man muss sich auch fragen, wenn JETZT noch keine Notzeit besteht, wann dann?

Am meisten aber empört es die Bürger und auch uns, dass eine Jagdbehörde erst über die Presse groß mitteilen läßt, es bestünde Notzeit für Rehwild, dann aber, nach Rücksprache mit Jagpächtern erklärt, es bestünde keine Notzeit. Es kann ja wohl nicht angehen, dass sich in einem demokratischen System, Behörden von denjenigen Personen "umstimmen" oder in der Meinungsbildung "beeinflußen" lassen, gegen die Klage erhoben wurde! Eine Erklärung dazu, habe ich von Herrn Klein, trotz Bitte, nicht erhalten.

Zu Ihrer Kenntnis sende ich Ihnen den Mail-Verkehr zwischen mir und Herrn Klein in einer nächsten Mail. In Erwartung Ihrer Stellungnahme zum Problem der Wildfütterung, sowie auch und insbesondere zum Verhalten der Unteren Jagdbehörde, Herrn Klein, verbleiben wir

mit freundlichen Grüßen

Barbara Kemper
1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Iserlohn und Umgebung e.V.


Leserbrief zum Artikel "Großer Fuchsansitz am Wochenende"
in der WESTFALENPOST vom 27. 1. 2010, Lokalteil Balve


Wildtöter auf Kriegszug


Offensichtlich haben die Jäger dem von ihnen zu schützenden Wild nun endgültig den Krieg erklärt! Nicht genug damit, dass sie trotz der extremen Wetterlage ihrer gesetzlichen Pflicht, in Notzeiten zu füttern (§ 23 Bundesjagdgesetz), in empörender Weise nicht nachkommen. Nun blasen sie auch noch ganz kurz vor Beginn der Schonzeit (1. Februar) zum großen Angriff auf die halbverhungerte, geschwächte Kreatur!
Liebe Wildtöter! Warum macht ihr euch die Mühe, bei geschlossener Schneedecke und bitterer Kälte mit schweren Waffen auszurücken? Habt ihr sonst nichts zu tun am kommenden Wochenende? Möchte Mutti euch zum Putzen aus dem Haus haben? Für den Fall, dass ihr fürchtet, Langeweile schieben zu müssen: Mit Schneeschieben könnt ihr euch die Zeit vertreiben, denn bekanntlich ist für das Wochenende starker Neuschnee angesagt! Anschließend könnt ihr im warmen Wohnzimmer in aller Ruhe noch eine kurze Zeit Extremwetter abwarten, dann dürft ihr die verhungerten, an Entkräftung verendeten Tiere des Waldes - meines Waldes - einfach ganz bequem einsammeln! Für diesen "schönen" Erfolg habt ihr doch bisher schon genug nichts getan! Aber vielleicht entspricht es doch eher eurer Wildtöterehre, ihnen mit Blei den Rest zu geben!


Brigitta Kliem, Iserlohn

Leserbrief zum Artikel "Großer Fuchsansitz am Wochenende"
im Lokalteil Balve vom 27.1.10


Da wird eine revierübergreifende Jagd auf den Fuchs angekündigt. Gleichzeitig wird auch die "gute Gelegenheit für Bejagung von Schwarz- und Rehwild" hervorgehoben.

Anstatt das hungernde und geschwächte Wild in der sogenannten "Notzeit" (die Zeit, in der das Wild an der Aufnahme geeigneter Nahrung gehindert ist) zuzufüttern, wie § 23 des Bundesjagdgesetzes Jägern vorschreibt, wird es gnadenlos durch den Wald gehetzt. Hier sei darauf hingewiesen, dass Rehböcke z.Zt. Schonzeit haben, Ricken, Kitze, Wildschweine (Bachen, Keiler und Überläufer) ab dem 1. Februar! Es wird also von den sogenannten "Tier- und Naturfreunden", den Jagdausübungsberechtigten, noch einmal die letzte Gelegenheit - 2 Tage vor Beginn der Schonzeit (!) - genutzt, Wild, dessen Organismus auf Sparflamme kocht, das verzweifelt und hungrig nach Futter sucht und deswegen leichte Beute ist, vor die Flinte zu kriegen.

Die tierverachtenden Praktiken der Jagdausübungsberechtigten zeigen wieder einmal, wie wenig ihre so oft angeführte "Hege des Wildes" mit der Realität zu tun haben.


Barbara Kemper
1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Iserlohn und Umgebung e.V.

Email an die Untere Jagdbehörde vom 12.01.2010 zum Thema:
Wildfütterung in Notzeiten


Nach mehreren Anfragen bzw. massiver Beschwerden der Bürger, die aus unserer Sicht als völlig gerechtfertigt und auch bestätigt angesehen werden müssen, wenden wir uns heute an Sie mit der Frage, warum der lt. § 23 Bundesjagdgesetz vorgeschriebene Schutz des Wildes vor Futternot, von den Jagdausübungsberechtigten so gut wie nie eingehalten wird, und was dagegen von Ihrer Seite her unternommen werden kann.

Zur Zeit ist das Wild wohl unbestritten, durch die extremen Witterungs- und Bodenverhältnisse, an der Aufnahme geeigneter Nahrung gehindert. Zumindest im Jagdbezirk der Edelburg, Raum Oesbern, konnte der Tierschutzverein Iserlohn und Umgebung e.V., keinerlei Wildfütterungsstellen ausmachen. Im Gegenteil: Im Waldbezirk an der Wolfskuhle schimmelt und fault eine umgekippte ehemalige Futterkrippe seit Jahren vor sich hin. (Fotos davon können auf Wunsch gemailt werden.) Laut Aussagen von mehreren Bürgern sollen die Zustände in den Jagdbezirken um Iserlohn und Menden so ähnlich sein. Wildfütterung ist nirgendwo erkennbar.

Dies entspricht weder der Landschaftspflege, zu der Jagdausübungsberechtigte lt. Gestz verpflichtet sind, noch der Verpflichtung, Wild in Notzeiten vor Hunger zu bewahren, also die so oft angeführte und angeblich intensiv betriebene Hege des Wildes.

Über eine Stellungnahme würden wir uns freuen und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

Barbara Kemper
1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Iserlohn und Umgebung e.V.

Vogelfütterung in Notzeiten


Der Tierschutzverein Iserlohn und Umgebung e.V. weist aus gegebenem Anlass auf die dringende Unterstützung der wildlebenden Vögel durch die Zufütterung der Menschen hin.
Seit Wochen herrschen extreme Witterungsbedingungen, strenger Frost und eine geschlossenen Schneedecke machen den Vögeln die Nahrungssuche schwer oder sogar unmöglich. Zum Wochenende sollen sich die Bedingungen durch weiteren Neuschnee noch einmal verschlechtern. Viele Tiere sind schon jetzt sehr geschwächt. Dies trifft besonders viele Singvögel, die wegen der normalerweise milden Winter nicht mehr gen Süden fliegen, sondern hier in heimischen Gefilden bleiben.
Alle Bürger sind aufgerufen, den Vögeln, die im Sommer viel nützliche "Arbeit" leisten, wie z.B. Blattläuse und andere Gartenschädlinge vertilgen, zu helfen, in dem artgerechte Vogelnahrung wie Meisenknödel, Körner-, Streu- und Fettfutter ausgelegt wird. Wichtig ist dabei die regelmäßige Fütterung, denn die Vögel verlassen sich darauf. Wird die Fütterung unterbrochen, verharren die Vögel an der Futterstelle und warten. Dabei vergeht dann wertvolle Zeit, da die Tage jetzt sehr kurz sind, in denen sich die Vögel selbst um Futtersuche bemühen.
Der Tierschutzverein Iserlohn bittet noch einmal herzlich darum, die Vögel zu versorgen! Die Freude, die man mit ihnen dann im Sommer hat, rechtfertigt den geringen Aufwand der Fütterung und bewahrt viele Vögel vor einem grausamen Hungertod.

Barbara Kemper
1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Iserlohn und Umgebung e.V.

Keine unüberlegten, tierischen Geschenke unterm Weihnachtsbaum

Der Tierschutzverein Iserlohn und Umgebung e.V. warnt noch einmal dringend davor, Tiere zu Weihnachten zu verschenken! Mit einem Tier, egal welcher Art, übernimmt man eine große Verantwortung. Man muss ihm ein artgerechtes Dasein, Zuwendung und viel Aufmerksamkeit schenken - und das für viele Jahre. Jeder, der sich für ein Tier entscheidet, muss wissen, dass z.B. die Tierarztkosten, in kürzester Zeit den Anschaffungspreis bei weitem übersteigen können. Und auch gravierende Einschränkungen im Freizeitbereich werden erforderlich, um einem Tier gerecht zu werden. Darüber denken viele Menschen nicht nach, wenn sie einen süßen Hundewelpen oder ein flauschiges Kaninchenbaby im Tierhandel sehen.
Und die leidtragenden sind die Tiere - nach Weihnachten! Wenn sie gewachsen sind, nicht mehr so niedlich, ihren täglichen Spaziergang oder Unterkunftssäuberung einfordern. Wenn mehrere Wochen tägliche Besuche beim Tierarzt Zeit erfordern und Kosten verursachen, wenn die Kinder das Interesse am "Weihnachtsgeschenk" zu Ostern längst verloren haben, dann werden diese Tiere oft ins Tierheim abgeschoben - im besten Fall - denn viele werden auch einfach ausgesetzt - ein gravierender Gesetzesverstoß! Und die meisten überleben nur mit viel Glück, wenn sie rechtzeitig gefunden werden.

Jeder, der ein Tier anschaffen möchte, sollte sich über die riesige Verantwortung im Klaren sein und vor einem eventuellen Kauf, zuerst im Tierheim umschauen. Viele tierische Insassen warten dort sehnsüchtig auf ein neues Zuhause. Dem Märchen von Tieren aus dem Tierheim, die alle verhaltensgestört sind, sollte man keinesfalls mehr glauben. Es gibt dort so viele liebenswerte, zutrauliche und dankbare Geschöpfe, die einfach nur von Menschen abgeschoben wurden, die sie unüberlegt angeschafft haben. Ein Tier aus dem Tierheim zu übernehmen, nach reiflicher Überlegung und guter Beratung, leistet einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz, bei dem Tier und Mensch zusammen für viele Jahre glücklich sein können.

In diesem Sinne wünscht der Tierschutzverein Iserlohn "Frohe Weihnachten"!

Barbara Kemper
1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Iserlohn und Umgebung e.V.

Zu Ihrem Artikel "Wildschweinbestand konsequent reduzieren" in der Westfälischen Rundschau, Ausgabe Iserlohn, vom 10. 11. 2009

Hut ab und antreten zur Gratulation!

Dankenswerterweise werde ich auch in diesem Jahr wieder informiert über die aktuellen Taten heimischer Helden. "Das Feuer knistert und eine feierliche Stimmung liegt in der Luft, als der Bläsercorps des Hegerings Iserlohn-Hemer zu Ehren des geschossenen Wildes die Strecke verbläst." Einen Teil davon hatten die Huberts aus Anlass ihrer diesjährigen gleich-namigen Feier sogar aufgebahrt. Das nenne ich Stil, das nenne ich Pietät! Vermutlich wurden die fünf Hasen, die gleiche Anzahl Fasane und die einsame Waldschnepfe anschließend feierlich beigesetzt! Nur die 300 erlegten Wildschweine waren nicht dabei - weil die "sich schließlich nicht unendlich aufbewahren" lassen, hatte man sie wohl längst aufgegessen und wieder ausgeschieden!

Anlässlich des traditionellen Hubertusfestes nutzte Hegeringsleiter Frank Eifler die Gelegen-heit, die staunende Zuhörerschaft über das Hegeverständnis der Huberts aufzuklären und weit verbreitete Missverständnisse ins rechte Licht zu rücken.
So verstehen sie ihre blutigen Taten keineswegs als persönliches Hobby, sondern als Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht. Gratulation! Diese Aufklärung hatten wir nötig! Nachdem das ganze Jahr über die Wildschweinpopulation durch üppige Zufütterung gezielt vergrößert wurde, wissen wir nun, dass es ökologisch und medizinisch notwendig ist, die gepäppelten Tiere später wieder abzuknallen. Andernfalls hätten sie (Wer?) lt. Herrn Eifler "mit den Folgen leben müssen", sprich mit der Ausbreitung der Schweinepest. Igittigitt - wer will die denn? Da ist man doch dankbar, dass die Huberts sich selbstlos von ihren mühsam gepäppel-ten Schweinen wieder verabschieden und sie zu Hunderten abknallen! Schade nur, dass sie nichts dazulernen - und/oder die Bevölkerung für blöd verkaufen wollen! Im nächsten Jahr werden sie jedenfalls wieder fleißig zufüttern und uns im Herbst wieder die zwingende Not-wendigkeit des Blutbades weismachen!
Gratulation auch für das tapfere Aufspüren der einsamen Waldschnepfe - galt sie doch bisher in dieser Region quasi als ausgestorben! Diesen Irrtum konnten die Huberts glücklicherweise aufklären. Schade, dass mit dem Aufspüren gleichzeitig der Irrtum zur Wirklichkeit wurde! Der letzten Waldschnepfe in freier Wildbahn, "die besonders schwer zu treffen ist", gebührt ein besonders feierlicher Tusch - den auf ihren Abschuss mit Recht so stolzen Huberts ebenso!
Gratulation für eine ähnlich gelagerte gute Tat! Der Hase steht auf der Roten Liste der vom Aussterben dramatisch bedrohten Tierarten ganz oben. Kann so schlimm nicht es sein, die Huberts haben einige davon aufgespürt und in ihren Kugelhagel getrieben! Fünf blieben tot liegen und konnten nun feierlich aufgebahrt werden. Andere blieben auch liegen, aber nicht tot. Zwei Tage lang konnte man im Revier lautes jammervolles Klagen und Schreien ver-nehmen, dann fanden Spaziergänger den verletzten, blutigen, inzwischen qualvoll verendeten Hasen! Gratulation für die Huberts, die sich offenbar nicht anmaßen, immer in natürliche Abläufe einzugreifen! Hier überließen sie der Natur ihren finalen freien Lauf: Auch wenn sie kräftig mitgeholfen haben - der Hase starb am Ende eigenständig. Auch ihm gebührt ein besonders feierlicher Tusch - den Huberts für ihr entschlossenes Liegenlassen ebenso!
Fünf erledigte Fasane - mehr gab's nicht? Auch hier Gratulation für die Huberts, die durch die Entfernung dieser beeindruckenden Stückzahl aus ihrem Revier das ökologische Gleich-gewicht gerettet bzw. wieder hergestellt haben! Großer Tusch für die Ökologie und die Huberts!
Die Huberts werden dafür sorgen, dass "ihr" Revier nicht leer wird, s. Zufütterung bei den Wildschweinen. So wird auch im nächsten Jahr im Sinne von Hege und Pflege ihr Krieg gegen Flora und Fauna angeblich unabdingbar sein! Dabei werden sie gestützt durch ein Gesetz aus dem Jahr 1932 - einem Relikt aus der Zeit des Nationalsozialismus. Das gibt ihnen weitgehende Rechte, von denen andere Bevölkerungsgruppen nur träumen können. Und wenn ihnen diese Rechte nicht ausreichen, fügen sie ihnen im Sinne von Hege und Pflege einfach ein paar selbst gestaltete hinzu. So finden Huberts z. B. nachweislich nichts dabei, unter Naturschutz stehende Pflanzen, Büsche und Bäume wie den Ilex einfach abzusägen, wenn sie ihrem blutigen Treiben im Wege stehen! Gemäß dem Motto "Wir alle müssen Opfer bringen und ein bisschen Schwund ist immer!" Das nenne ich couragiert: Gratulation! Und einen letzten, großen Tusch für die Huberts für die ratzekahle Rodung störender Flora!


B. Kliem

Pressemitteilung zum Hubertustag am 3. November

Tierleid am Hubertustag

Alljährlich gedenken die Jäger und Kirchen am 3. November dem heiligen Hubertus, Schutzpatron der Jäger. Anlässlich dieses Tages fordert der Deutsche Tierschutzbund zusammen mit dem Tierschutzverein Iserlohn, Bund und Länder erneut dazu auf, das völlig veralterte Jagdgesetz an die Belange des Tier- und Naturschutzes und an die neuen gesellschaftsethischen Ansprüche anzupassen. Denn auch dem seit 2002 verankerten Staatsziel Tierschutz trägt das Jagdgesetz keine Rechnung.

Viele grausame Jagdpraktiken, wie z.B. die Jagdhundeausbildung an lebenden Enten, die Fallenjagd, Verwendung von Bleischrot oder die extrem tierquälerische Treibjagd, bei der Tiere stundenlang in wilder Hetzjagd durch das Revier getrieben werden, in Todesangst in den Kugelhagel rennen, sich oftmals Gliedmaßen brechen und in den seltensten Fällen tödlich getroffen werden, müssen verboten werden.

Wie besonders widersinnig gerade die Treibjagden sind, die in diesen Tagen überall stattfinden, zeigt die Tatsache, dass diese noch nicht einmal den Schutz der Tiere berücksichtigen, die gerade Schonzeit haben, wie z.B. zur Zeit die Rehböcke. Umfragen haben außerdem ergeben, dass 80% der Bevölkerung diese Formen der Jagd und die Hobbyjagd an sich, ablehnen.

Zudem ist das am 3. November praktizierte Ritual der Segnung der Jäger und ihrer Opfer, der "Wildbretstrecke", eine Verfälschung der historischen Überlieferung, denn der heilig gesprochene Hubertus hatte der Jagd abgeschworen und sein Leben der Kirche und dem Schutz der Tiere gewidmet.


Barbara Kemper
1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Iserlohn und Umgebung e.V.


Leserbrief zum Artikel "Bei Hönne-Umleitung Fische ohne Chancen" im Lokalteil Balve in der WP vom 26.9.09

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Arroganz manche Menschen und Institutionen das geltende Tierschutzgesetz für ihre eigenen Vorteile einfach außer Kraft setzen! Wenn es ums Geld oder die Wirtschaftlichkeit geht, ziehen die Tiere immer den Kürzeren. Da wird einfach in Kauf genommen, dass Hunderte Fische jämmerlich ersticken, nur um den Umbau am Hönne- Flussbett schnellstens voran zu treiben. Es stellt sich auch die Frage nach dem letztlich Verantwortlichen dieser Tiertragödie. Das werden die zuständigen Behörden bei der bereits erfolgten Anzeige und der, die der Tierschutzverein Iserlohn und Umgebung e.V. mit dem heutigen Tag stellen wird, zu klären haben.

Es verwundert auch nicht, dass der oberste Stadtherr, Herr Bürgermeister Mühling zwar ständig bei irgendwelchen unbedeutenden "Events" in der Presse erscheint, zu diesem Eklat und eindeutigem Gesetzesverstoß auf Balver Stadtgebiet, aber schweigt. Seit Herr Mühling mit der Kündigung des jahrzehntelangen Vertrages über die Aufnahme von Fundtieren und weitere Tierschutzarbeit durch den Tierschutzverein Iserlohn offensichtlich gezeigt hat, dass ihn Tierschutzangelegenheiten überhaupt nicht interessieren, ist die Stadt Balve tierschutzfreies Gebiet! Ob herrenlose oder unerwünschte Tiere auf Balver Strassen herum irren, ob verwilderte Katzen sich hemmungslos vermehren oder eben Fische ersticken, in Balve ist seit Anfang 2008 alles möglich!

Ein ausdrücklicher herzlicher Dank geht an dieser Stelle an den couragierten Herrn Heinrich Stüeken, der die ganze Tierquälerei mit seinem Engagement an die Öffentlichkeit gebracht und an den Pächter Herrn Gerken, der Anzeige erstattet hat.


Barbara Kemper
1.Vorsitzende des Tierschutzvereins Iserlohn und Umgebung e.V.

Leserbrief zum Artikel "Türkischer Metzger setzt auf Ende des Ramadans" im Lokalteil der WP vom 22.9.09

In dem Artikel wirbt Herr Tuncay Tunc für seine Metzgerei an der Unnaer Strasse und gibt an, dass das angebotene Fleisch von Tieren stammt, die auf einem Schlachthof in Dortmund nach islamischen Vorgaben geschächtet wurden.
Das Bundesverwaltungsgericht hatte mit höchstrichterlichem Urteil vom 23.11.2006 das aus Tierschutzsicht fatale Urteil gefällt, wonach das Schlachten ohne Betäubung, das eigentlich dem Tierschutzgesetz nach verboten ist, bei gewissen Religionsvorschriften erlaubt ist.

Doch das absolut grausame und überaus tierquälerische Schächten, bei dem dem lebenden Tier, das bei vollem Bewusstsein ist, der Hals zu zwei Drittel mitsamt der Hauptschlagader und Luftröhre durchtrennt wird, was zu einem minutenlangem, schrecklichen Todeskampf führt, hat nichts mit Religion zu tun, sondern nur mit Tradition. Nirgendwo in den islamischen Religionsschriften steht geschrieben, dass ein Tier vor Schlachtung nicht betäubt sein darf! Selbst im TANSAS, dem größten Schlachthof der Türkei, in Izmir, wird seit September 2001 mit Betäubung geschlachtet.

Herr Tunc gibt weiterhin an, dass nicht nur ausschließlich Türken bei ihm Kunden sind, sondern auch viele Deutsche. Es sei hier die Frage gestellt, ob sich diese Deutschen eigentlich bewusst sind, dass sie Fleisch von gequälten Tieren erwerben, die einen entsetzlichen Tod hinter sich haben, ohne dass dies Religion oder Tradition erforderlich macht.

Und wer daran zweifelt, wie entsetzlich das sogenannte Schächten ist, welch eine Qual die Tiere dadurch erleben und erleiden müssen, der sollte sich im Internet Filme dazu anschauen oder das Angebot Herrn Tuncs annehmen, eine Info-Fahrt zum besagten Schlachthof zu unternehmen, wo seine "Waren hergestellt werden".


Barbara Kemper
1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Iserlohn und Umgebung e.V.


Leserbrief zum Artikel "Jugend sitzt am PC statt im Verein" im WP Lokalteil vom 11. Mai 2009 veröffentlicht mit der Überschrift:
"Tiere werden nur nach Schönheitsmerkmalen bewertet"


Der Märkische Kreis- und auch der Landesverband Westfalen der Kaninchenzüchter feiern 100-jähriges Jubiläum. "Hoher Besuch" hatte sich angemeldet, wie Landesumweltminister Uhlenberg, Präsident der Landwirtschaftskammer Frizen, Bürgermeister Rudi Düppe u.a. Viele schöne Worte für das Hobby der Kaninchenzüchter fanden diese: Dass man sich so für Tiere einsetze, verdiene höchste Anerkennung, von Liebe zum Tier und der Natur wird gesprochen.

Nur, wie sieht denn dieser "Einsatz für die Tiere" und die "Liebe" zu ihnen in der Realität aus? Schaut man hinter die Kulissen dann sieht man Tiere, die völlig entgegen ihren Bedürfnissen und der Natur, massenweise in Einzelhaft in engen Boxen sitzen, mit denen am laufenden Band Nachwuchs "produziert" wird, um das erklärte Ziel jedes Züchters zu befriedigen, mit dem schönsten Tier, Ruhm und Preise zu erzielen. Die Tiere werden nicht um ihrer selbst Willen geliebt, sondern rein nach äußerlichen Schönheitsmerkmalen bewertet.

Ist es wirklich Liebe zum Tier, wenn diejenigen, die z.B. eine "unreine Fellfarbe" oder"ungleiche Ohrenlängen" haben, sterben müssen, weil sie eben nicht die Züchterideale erfüllen? Welchen Respekt hat ein Mensch noch vor einem Tier, dass er tötet und zu Puppenkleidung verarbeitet, nur weil er damit keinen Preis erzielen kann? Verdient es höchste Anerkennung, wenn man ein Kaninchen, dass in der Natur äußerst gesellig lebt und sein enormes Bewegungsbedürfnis täglich ausleben muss, einzeln in winzige Ställe sperrt, oft wegen der Vielzahl der Tiere aus Arbeitserleichterung auch noch auf Rosten ohne jede Einstreu und Beschäftigung hält?

Ist es wirklich "Liebe zum Tier", wenn die "überproduzierten" Kaninchen als Ware an die Zoogeschäfte verkauft werden, während die Tierheime in ganz Deutschland nicht mehr wissen, wie sie der Abgabeschwemme Herr werden sollen? (Im Tierheim Iserlohn befinden sich rund 100 Kaninchen!)

Kaninchenzüchter "lieben" nur ihre schönen, wertvollen Tiere. Die Beziehung zwischen Mensch und Tier basiert bei ihnen auf rein egoistischer, kommerzieller Basis. Es ist fraglich, ob das nun höchste Anerkennung verdient. Von einem Minister Uhlenberg, selbst leidenschaftlicher Jäger, kann man keine kritischere Einstellung erwarten, von einem Bürgermeister Düppe allerdings schon.

Und die Jugend sollte man nicht darin schulen, dass ein Tier nur wertvoll ist, wenn es "schön" ist, sondern dass man jedem Tier gegenüber eine Verantwortung hat, ob es schön ist oder nicht, ob mit Behinderung oder ohne. Sie alle haben ein Recht auf Leben und die Liebe des Menschen. Und das lernen Jugendliche am besten in den Tierheimen. Ansonsten sind sie besser weiter am PC aufgehoben!


Barbara Kemper
1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Iserlohn und Umgebung e.V.

Leserbrief zum Artikel "Aufzucht heißt, Verantwortung zu übernehmen"
in der WP Lokalteil vom 7. April 2009


Der Kaninchenzuchtverein W 320 feierte sein 100-jähriges Jubiläum, Prof. Dr. Reiner Feldmann hielt die Festrede und referierte über die Beziehung Mensch/Tier. War sich der Naturwissenschaftler eigentlich bewusst, vor welchem Klientel er da sprach? Aufzucht heißt Verantwortung zu übernehmen! Übernehmen Kaninchenzüchter Verantwortung, wenn sie Tiere entgegen ihrer Art und ihren Bedürfnissen massenweise in Einzelhaft in kleine Boxen sperren? Ist es Verantwortung, wenn sie Tiere am laufenden Band "produzieren", nur um ihr eigenes Ego zu befriedigen, um mit den schönsten Tieren Preise und Ruhm zu erlangen? Nennt es sich Verantwortung, Tiere nur nach rein äußerlichen Merkmalen zu bewerten, dem Rest aber, der das Schönheitsideal nicht erfüllt, das Fell über die Ohren zu ziehen und zu Puppenkleidung zu verarbeiten? Ist es verantwortlich, die "überproduzierten" Kaninchen wie Ware an Zoogeschäfte zu verkaufen, während die Tierheime in ganz Deutschland nicht mehr wissen, wie sie der Abgabeschwemme von Kaninchen Herr werden sollen? ( Im Iserlohner Tierheim befinden sich rund 100 Kaninchen!)

Befremdlich auch die Aussage von Prof. Dr. Feldmann, der Mensch, der Kaninchen aufziehe, könne Mitleid mit dem Tier empfinden. Kaninchenzüchter empfinden kein Mitleid mit ihren Tieren, oder kennt er jemanden, der sein eigenes Haustier "mitleidig" schlachtet und aufisst? Die Beziehung zwischen Mensch und Tier basiert bei Kaninchenzüchtern nicht auf inniger Freundschaft, sondern auf rein egoistischer und kommerzieller Basis. Und eine selbstlose und idealistische Einstellung, wie Herr Zimny behauptet, haben Kaninchenzüchter schon gar nicht. Die haben nur Tierschützer, die das wieder ausbaden, was Kaninchenzüchter mit ihrem verantwortungslosen Handeln anrichten.


Barbara Kemper
1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Iserlohn und Umgebung e.V.

Leserbrief zum Artikel "Hoppla - drei amüsante Hasengeschichten"
in der Oster-Ausgabe des IKZ vom 11.4.09, Lokalteil Hohenlimburg

Sterben von Tieren ist nicht amüsant!


Von den drei "amüsanten Hasengeschichten" war, wenn überhaupt, höchstens die der Kostümverleiherin amüsant! Denn was so "amüsant" daran sein soll, wenn über das Sterben von Tieren berichtet wird, kann ich nicht nachvollziehen. Und um nichts anderes ging es in den beiden Geschichten von einem Jäger, der erzählte, wie und auf welche Weise Feldhasen geschossen werden, und der Kaninchenzüchterin mit dem "großen Herzen", die es zwar nicht schafft, ihre eigenen Tiere zu essen, aber am laufenden Band Kaninchen fürs eigene Ego produziert und die Tiere, die nicht dem Züchterideal entsprechen, zum Schlachten gibt.
Wären die Geschichten noch etwas umfangreicher erzählt worden, hätte man auch lesen können, dass die Feldhasen, da - wie berichtet wurde, auf Treibjagden geschossen - fast nie sofort tödlich getroffen werden, wie kleine Kinder entsetzlich schreien, sich überschlagen und in Todesangst, schwer verletzt, meistens noch lebend von der Jagdhundemeute gepackt werden.
Die Kaninchenzüchterin hätte noch erwähnen müssen, dass die Kaninchen völlig entgegen ihrer Art und ihren Bedürfnissen, ihr trauriges Leben in "Einzelhaft" in engen Züchterboxen verbringen müssen. Bei "Fehlfarben" oder ungleicher Ohrenlänge z.B., müssen sie sich dann das Fell über selbige ziehen lassen, welches anschließend zu "niedlicher" Puppenkleidung verarbeitet wird. Das Tier wird nicht um seiner selbst Willen geliebt, sondern reduziert auf die Sache oder Ware, die Geld, Preise und Ruhm bringen muss.

Ich würde mir wünschen, das nächste Mal Geschichten zu lesen, über aufrichtige Tierfreunde, selbstlose Menschen, die ihre Tiere von ganzem Herzen lieben, mit all ihren Fehlern, ihnen ein wunderschönes, wirklich artgerechtes Leben bieten und sie nicht für ihr eigenes Ego ausnutzen!


Barbara Kemper
1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Iserlohn und Umgebung e.V.

Stellungnahme zum Artikel "48 Tauben aus tödlicher Falle befreit"
in der Lokalausgabe des IKZ vom 3.4.09
Überschrift im IKZ vom 7.April 2009: Die Strafen sind noch viel zu lasch


Dass sich immer wieder Menschen Tiere anschaffen, sie einsperren, ihrer überdrüssig werden, sie dann ihrem grausamen Schicksal überlassen, das darin besteht, langsam und äußerst qualvoll verdursten und verhungern zu müssen, kennen wir Tierschützer leider zur Genüge. Es ist unser trauriger Alltag. Waren es letztes Jahr die 6 Gänse und 45 Kaninchen, die aus ihrer schrecklichen Lage befreit wurden, betraf es diesmal knapp 100 Tauben, die in ihrem Gefängnis 6 Wochen (!!) ohne Futter und Wasser auf Rettung warten mussten. Ca. 50 Tiere überlebten die Höllenqual nicht. Die Strafen für solche Täter sind leider immer noch viel zu lasch. Immer Fall der Gänse und Kaninchen, die auch unsagbar gelitten haben, wurde das Verfahren von der Staatsanwaltschaft eingestellt und als Ordnungswidrigkeit (!) bewertet. Damit kommen wir Tierschützer, die das Leid unmittelbar vor Augen haben, das uns oft nächtelang nicht mehr schlafen lässt, überhaupt nicht klar.
Und wir kommen auch damit nicht klar, dass Menschen in der Nachbarschaft des Taubenschlages, selbst Taubenzüchter, wochenlang von der Nichtversorgung der Tiere wussten, und nichts dagegen unternahmen. Sie schauten einfach beim Sterben der Tiere zu! Wie kann man sich abends schlafen legen, wenn man genau weiß, dass ein paar Meter weiter, Tiere qualvoll verhungern und verdursten? Und dann noch als angebliche Tierfreunde, denn so bezeichnen sich Taubenzüchter ja immer!
Und als diese dann nach Aufdeckung der Tiertragödie um spontane Hilfe für die geschwächten, misshandelten Tauben gebeten werden, lassen sie lediglich verlauten, man hätte kein Interesse, übernähme keine "gebrauchten" Tauben. Am besten dreht man dem "Rest" noch den Hals um. Wertlose Ware! Die bringen nichts mehr - keinen Preis, kein Geld und keinen Ruhm.
Unterlassene Hilfeleistung - Menschen, die bei Straftaten wegsehen, machen sich genauso schuldig wie die Täter selber, müssen ebenso hart bestraft werden, im allgemeinen Recht, aber auch im Tierschutz.


Barbara Kemper
1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Iserlohn und Umgebung e.V.


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